Dummyarbeit ist weit mehr als einfaches, langweiliges Apportieren von Leinensäckchen. Es ist eine umfassende Beschäftigung, die eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Hund und Halter erfordert. Bindung und Vertrauen werden auf beiden Seiten aufgebaut und verstärkt. Dummyarbeit ist ursprünglich eine jagdliche Ausbildung für die Arbeit nach dem Schuss. Es werden Jagdsequenzen nachgestellt, die vor allem bei englischen Gutsjagden benötigt wurden und simuliert eine Entejagd. Die geworfenen, bzw. die gefallenen Dummies sind erlegte Enten, die es auf schnellstem Weg zu apportieren gilt. Die aus Englang stammende Ausbildung hat sich bis heute zur eigenständigen Sportart - auch in Deutschland - etabliert. Lange Zeit war Dummyarbeit in Deutschland einzig den sechs Retrieverrassen vorbehalten, das ist in vielen Vereinen immer noch so, aber es findet langsam ein Umbruch statt.
Alle Hunde mit Bringfreude, Spaß am Apportieren, aber auch am Jagen sind sehr lernwillig, da diese Art Beschäftigung ihren Trieben entspricht. Hund und Mensch arbeiten als Team, lernen Vertrauen und Bindung zu festigen, denn wo der Mensch seine Hund hinschickt, wird der Hund auch seine Beute (Dummy) finden, zusätzlich lernt der Mensch seinem Hund, du darfst eigenständig nach dem Kommando arbeiten und nach Erbeutung des Dummies lernen, zuverlässig zurück zu kommen.
Die Dummyarbeit unterteilt sich in drei Aufgabengebiete:
Die Markierung (Markings):Der Hund sieht und beobachtet die Flugbahn des geworfenen Dummys - prägt sich dabei die Fallstelle ein, d.h. er markiert mit seinen Augen die Fallstelle. Ein gut ausgebildeter Hund soll die Fähigkeit haben, die Distanz zur Fallstelle einzuschätzen, auch dann, wen er die Flugbahn nicht vollständig einsehen kann. Er sitzt steady (ruhig und aufmerksam) neben seinem Führer. Nach seinem Kommando geht der Hund raus und rennt möglichst genau zur Fallstelle, nimmt das Dummy, bei guter Markierung , ohne Suche auf und bringt es auf kürzestem Wege seinem Führer. In unwegsamen Gelände ist es aber nahezu unmöglich, ohne Nase zu arbeiten, deshalb ist es hier auch erlaubt, im kleinem Radius zu suchen (Suchpfiff). Bei gut erlenten Einzelmakierungen sind später im Trainingsprogramm auch Doppel- und Mehrfachmarkierungen möglich. Hier gibt der Hundeführer die Reihenfolge vor, in der der Hund die einzelnen Dummies bringen soll.
Das Einweisen: Hier sieht der Hund nicht die Flugbahn des Dummys. Er kann also nicht mit den Augen markieren. Der Hundeführer kennt aber die Fallstelle und weist seinen Hund mittels Hand- bzw. Körpersprache, Stimme oder Pfeifsignale, je nach Ausbildungsstand des Hundes, ein. Der Hund soll möglichst gerade laufen, bzw. saubere 90°Winkel, wenn er gestoppt und in eine andere Richtung weitereschickt wird. Beim Einweisen soll der Hund lernen: Laufe, bis ein Stopppfiff ertönt und du weitere Anweisungen erhältst, oder nach dem Suchpfiff im kleinem Radius suchen. Das Einweisen ist ein sehr komplexes und anspruchsvolles Aufgabengebiet der Dummyarbeit. Alle Teilabschnitte (voran, rechts, links, back, stopp, komm zurück) müssen separat geübt und später zusammen gesetzt werden. Gute Einweisearbeit setzt sehr großes Vertrauen des Hundes in seinen Menschen voraus und die Bereitschaft mit ihm bedingungslos zusammen zu arbeiten.
Die Freiverloren-Suche: Dabei kennt weder der Mensch noch sein Hund die Fallstellen der Dummies. Ziel dieses Aufgabengebietes ist es, den Hund in eine zugewiesene Fläche zu schicken, egal ob Wiese, Feld oder Wald, mit und ohne Geländeübergänge. er soll möglichst selbstständig durch systematisches Arbeiten das Gebiet absuchen, den gefundenen Dummy aufnehmen und auf schnellstem Wege zu seinem Menschen apportieren. Hat der Hund diese Aufgabe verstanden, geht man dazu über, mehrere Dummies in der Fläche auszuwerfen und den Hund mehrmals hintereinander in das Zielgebiet zu schicken. Das selbstständige Arbeiten des Hundes ist dabei von enormer Wichtigkeit. Meist finden solche Suchen in hohem Bewuchs oder Wald statt, so das Hund und Mensch keinen Sichtkontakt mehr haben, deshalb ist eine starke Bindung zum Menschen bei der Freiverloren-Suche sehr wichtig.Aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich während der Dummyarbeit, genau wie bei jedem anderen mentalen Training, die Bindung und das Vertrauen zwischen Hund und Mensch besonders gut aufbauen lassen.Spass für Hund und Mensch!
Geschlossener Kurs für Anfänger - max. 5 Teams - Anmeldung erforderlich
Offenes Training für Fortgeschrittene - max. 5 Teams -Anmeldung erforderlich